Die Flüchtlingskrise, die eigentlich nie aufhörte, ist aber jetzt, an der griechischen Grenze, schlimmer als je zuvor.
Auf dem Bild sieht man Flüchtlinge, die am 29. Februar demonstrierten, um durch zu können. Geworfene Steine kriegten von Tränengas Antwort.
In Kastanies, einer griechischen Stadt an der Grenze zur Türkei, sind Tausende von Flüchtlingen, welche in der Türkei leben, blockiert. Gemäß der Aussage des türkischen Präsidents am 28. Februar 2020, wurde es ihnen erlaubt nach Europa zu flüchten, da er ihnen die Grenzen nach Griechenland öffnete. Flüchtlinge der ganzen Türkei reisten zu den griechischen Grenzen mit der Hoffnung, endlich nach Europa einreisen zu können. Es dauerte aber nicht lange, bis Griechenland ihnen seine Türen schloss. Deshalb sind insgesamt 13 Tausend Flüchtlinge an den griechischen Grenzen geblieben, ohne zu wissen wohin. Die Situation ist immer noch angespannt.
Um besser zu verstehen, wieso es zu dieser Situation kam, muss man sich mit der Lage in Syrien und mit dem Abkommen der EU mit der Türkei auseinandersetzen.
2011 began der Konflikt in Syrien mit pazifistischen Demonstrationen gegen Bachar al-Assad, den syrischen Staatschef, und sein Regime. Sie wurden brutal unterdrückt. Dies startete einen bewaffneten Aufstand. Ein Krieg brach aus zwischen Befürwortern und Gegnern von al-Assads System. Rebellen gewinnen an Land, aber Damas, die Hauptstadt von Syrien, bleibt stets den Regierungstruppen. Nach ein paar Jahren wurde al-Assad durch Vladimir Putin unterstützt und bombardierte die syrischen Aufständische. Dank diesem russischen Angriff kann Damas die Kontrolle des Landes behalten.
Idlib, im Nordwesten von Syrien, ist die letzte Provinz des Landes, die nach dem Zivilkrieg noch von den Rebellen kontrolliert wurde. Wegen den ungefähr 3 Millionen Zivilen, die noch in diesem Gebiet leben und, die bei syrischen Angriffen keine andere Wahl haben, als in die Türkei zu flüchten, unterstützt die Türkei militärisch diese Bastion. Wegen dem syrischen Zivilkrieg musste fast die Hälfte der Bevölkerung, aufgrund den Kämpfen, umziehen. 4,7 Millionen Syrer flüchteten aus dem Land, was die 2015 Flüchtlingskrise provozierte.
Als Auswirkung gab es 2016 zwischen der Türkei und der EU ein Abkommen. Auf einer Seite sollte die EU insgesamt 6 Milliarden Euro für die Flüchtlinge in der Türkei zahlen und dafür sollte der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, die Flüchtlinge in seinem Land aufnehmen.
Nach der 2015 Flüchtlingskrise zählte Türkei 80 Millionen Einwohner und davon mehr als 3,6 Millionen Flüchtlinge, hauptsächlich Syrer.
Jedoch wurden kürzlich neue syrische und russische Angriffe gegen Idlib gemacht, um die letzte rebellische Bastion von Syrien zu stürzen. 33 türkische Militärs wurden in Kämpfen getötet und eine neue Welle von fast einer Million syrischen Flüchtlingen wurde ausgelöst, die ihr Land verließen, um vor dem Krieg zu flüchten.
Diesmal reagierte Erdogan, der türkische Präsident.
28 Februar 2020 öffnete er die Grenzen nach Griechenland folglich auch nach Europa und brach somit das 2016 Abkommen mit der EU. Er würde die 3,6 Millionen Flüchtlinge in der Türkei nicht mehr daran hindern nach Europa zu fahren. Auf der anderen Seite des Landes blockierte er den Zugang zum Land für die 900 Tausend Flüchtlinge, die von Idlib flüchten, mit der Hoffnung in der Türkei Sicherheit zu finden.
Damit setzt Erdogan Europa unter Druck. Er behauptet, dass die EU nicht ihre finanziellen Verpflichtungen erfüllte. Er verlangt auch militärische Unterstützung gegen das syrische Regime und seine Bombardierungen in Idlib aber auch in Ankara, der türkischen Hauptstadt.
Die Folge davon sind hunderttausende blockierte Flüchtlinge an der Grenze zu Griechenland aber auch zur Türkei, die meistens nichts mehr haben, als die Kleider, die sie tragen und eine Tasche.
Die EU versteht die Prekarität der Situation in der Türkei aber empört sich über Erdogans „Chantage“, da er Menschen als politischen Zweck benutzt.
Quellenangabe
https://www.letemps.ch/monde/erdogan-ouvre-portes-leurope-aux-migrants
https://www.youtube.com/watch?v=Sqe24Gpl73k
https://fr.wikipedia.org/wiki/Guerre_civile_syrienne
https://www.consilium.europa.eu/fr/press/press-releases/2016/03/18/eu-turkey-statement/
https://www.youtube.com/watch?v=XSyAITLKLHE
https://www.youtube.com/watch?v=Q3szAwEmZCY&list=WL&index=46&t=6s
https://www.youtube.com/watch?v=ts4l8rl_rPI&list=WL&index=47&t=1s
Sehr guter Beitrag, der die Situation verständlich erklärt!
Als dieses Thema in den Nachrichten kam habe selbst nicht immer verstanden was vor sich geht und was der Auslöser für die Kreise war. Es muss schlimm für die Flüchtlinge sein, erst aus ihrem Heimatland vertrieben zu werden und ohne gesicherte Zukunft darauf zu warten, wie andere über die eigene Situation entscheiden. Ich kann die Sicht der Türkei verstehen, da sie Anfangs wahrscheinlich nicht mit einem so grossen Ansturm von Flüchtlingen gerechnet hat und nun mit der Situation überfordert ist. Anderseits will ja Griechenland auch nicht Massen von Flüchtlingen zu sich nehmen. Es muss jedenfalls eine Lösung gefunden werden, denn die Flüchtlinge sind immer noch Menschen und die eigentlichen Opfer, was oft vergessen wird.
Toller Beitrag! Den Ursprung der gesamten Lage (ab 2011) hast du sehr klar und deutlich zusammengefasst. Ich hab dadurch ein besseres Verständnis für die Aktuelle Lage bekommen.
Mir war ausserdem nicht bewusst, dass Putin Bachar al-Assad militärisch unterstützt und somit eine grosse Rolle in dem ganzen Spielt!
Deine Auswahl an Videos finde ich auch gut getroffen!
Ich hätte es toll gefunden wenn die Bildquellen auch im Blogbeitrag ersichtlich wären, um während des Lesens ein Bild vor Augen zu haben. Allerdings kann ich gut verstehen dass dies aus Copyright-gründen nicht möglich war. ^^